Michael Brenner im Interview zu Facebook Ads in Agenturen

Social Media Marketing gewinnt in Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Vorreiter wie Asos, Zara und Otto zeigen bereits seit Jahren, wie Modeunternehmen soziale Netzwerke zur Generierung von Reichweite und Markenstatus nutzen können. Dabei verbinden sich verschiedene Aspekte, von qualitativ hochwertigen bis hin zu exklusiven Contents. Text-, Bild- oder Videomedien vervollstÀndigen das Portfolio im Social Web.

Zu Gast ist Michael Brenner, Social Media Spezialist und GrĂŒnder bei AdBaker – Social Media Advertising. Er betreut ua. easyBestBrands, Prometheus Cotoure oder auch Cocaine Models. Um einen tiefen Einblick zu bekommen wollte ich mich einmal mit einem Social Media Profi zusammensetzen und in zehn Fragen die wichtigsten Fakten rund um Mode & soziale Netzwerke definieren.

Interview: Michael Brenner / Lukinski - ĂŒber Social Media Marketing Interview: Michael Brenner / Lukinski - ĂŒber Social Media Marketing Interview: Michael Brenner / Lukinski - ĂŒber Social Media Marketing

Stephan M. Czaja (Lukinski): Guten Morgen! Lass uns doch zunĂ€chst eine kleine Abgrenzung vornehmen, welche sozialen Netzwerke 2014 fĂŒr Unternehmen interessant sind.

Michael Brenner (AdBaker): Wir sind hauptsĂ€chlich auf Facebook unterwegs. Wir gehen sehr selten in andere soziale Netzwerke.Wenn, dann Google+. Hier aber eher aus GrĂŒnden der Suchmaschinenoptimierung. In besonderen FĂ€llen nutzen wir Twitter und Pintrest. FĂŒr uns steht Facebook mit weltweit ĂŒber einer Milliarde registrierter Mitglieder absolut im Vordergrund. Dazu kommen die ganzen Informationen der User. Ein Bundle aus persönlichen Interessen, die die Leute ĂŒber das Netzwerk preisgeben. Deswegen ist Social Media Marketing auf Facebook unser Hauptfokus und wir bieten auch nur in diesem Bereich Dienstleistungen an.

Stephan M. Czaja (Lukinski): Wenn wir soziale Netzwerke unterscheiden in text-, bild- und videobasierte Netzwerke, was glaubst du, wo lÀsst sich am effektivsten Werbung schalten? Oder anders gefragt, welche Medien transportieren Informationen und Marketingbotschaften am besten zum Nutzer?

Michael Brenner (AdBaker): Es kommt sehr auf die Werbetreibenden an, welche Zielgruppe hast du, welches Thema. In der Modebranche ist Youtube nicht zu unterschĂ€tzen. Gleichzeitig aber auch – und natĂŒrlich – Facebook. Pinterest ist aber im Modebereich teilweise auch interessant, da die Bilder dort wirklich ansehnlich aufgearbeitet werden. Alle anderen Netzwerke sind fĂŒr ModehĂ€ndler eher uninteressant. Ich wĂŒrde also zu Facebook und Youtube tendieren.

 

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„Die Talking-about-rate ist fĂŒr mich ein viel wichtigerer Faktor als die Fananzahl!“

Stephan M. Czaja (Lukinski): Wenn wir gerade bei unterschiedlichen Contentformen sind, welche Indikatoren sind eigentlich aussagekrĂ€ftig fĂŒr messbaren Erfolg in sozialen Medien. Wie messt ihr bei AdBaker den Erfolg einer Social Media Kampagne?

Michael Brenner (AdBaker): Ich gehe am Anfang mit meinen Kunden immer so vor, dass ich sie selbst zunĂ€chst verschiedene Ziele definieren lasse. Das sind einmal Ziele die eigentlich erst auf der Website des Unternehmens enden. Sprich, die eigentliche Aktion findet erst auf der Website statt. Die jeweiligen sozialen Netzwerke dienen dann „nur“ als Traffic-FĂ€nger. Sprich, wir leiten den Traffic aus den sozialen Netzwerken weiter, beispielsweise hin zum E-Commerce (Onlineshop) wo dann die wirkliche Conversion stattfindet.
FĂŒr meine Kunden ist oft die Fananzahl ein wesentlicher Erfolgsfaktor.. Dieser ist aber mit Vorsicht zu genießen, da die Reichweite sehr nach unten gefahren wurde. Das heißt, dass du mit einem normalen Post auf deiner Seite nur noch 20% der Fans auch wirklich erreichst.

Um hier gegen an zu steuern kann man interaktive Contents anbieten. In der Hoffnung, dass die Leute mehr mit interagieren, also deine BeitrĂ€ge liken, die Fotos teilen, usw. Damit geht die sogenannte Talking-about-rate nach oben und so ist die Reichweite dann wieder höher. Die Ziele können und sollten also nicht nur anhand der Anzahl von Fans definiert werden. Die Talking-about-rate ist fĂŒr mich ein viel wichtigerer Faktor als die Fananzahl

Stephan M. Czaja (Lukinski): Kurz fĂŒr alle Leser, wie entsteht die Talking-about-rate?

Michael Brenner (AdBaker): Die Talking-about-rate entsteht durch die Interaktion mit dem Beitrag. Das ist ein Faktor der aussagt wie beliebt die Seite unter meinen Usern ist. Deshalb ist die Talkin-about-rate ein sehr aussagekrĂ€ftiger Faktor. Man kann aber auch die durchschnittliche Reichweite die eine Seite hat heranziehen. Als Administrator von Fanpages bei Facebook hat man die Möglichkeit eine Anzeige unter dem Post zu sehen, die anzeigt wie viele Leute erreicht wurden. Das macht die durchschnittliche Reichweite zu einem zweiten, wichtigen Faktor fĂŒr Social Media Marketing in Unternehmen.

Interview: Michael Brenner / Lukinski - ĂŒber Social Media Marketing

 

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Stephan M. Czaja (Lukinski): Wenn wir gerade ĂŒber VerknĂŒpfungen von sozialen Netzwerken und E-Commerce sprechen, wie kann man Kampagnen und Aktionen in sozialen Netzwerken sinnvoll verknĂŒpfen?

Michael Brenner (AdBaker): Das kann man. Auch wenn Facebook rechtlich oft negativ gesehen wird und die Kaufbereitschaft der Nutzer auf Facebook sehr niedrig ist. Facebook wird nie eine so hohe Kaufbereitschaft aufweisen wie Google Adwords, da dort die Leute schon mit Kaufabsichten die Suchanfragen tĂ€tigen. Facebook bietet dennoch eine gute Möglichkeit auf Produkte hinzuweisen, die noch nicht so lange auf dem Markt sind. User werden auf Dinge aufmerksam gemacht und werden aufgrund ihrer Interessen von uns getargetet, sprich gezielt angesprochen. Damit erreicht man potentielle KĂ€ufer. Dies ist oft kein direkter Kauf, aber es reicht ja erstmal wenn der Nutzer auf deine neue – beispielsweise – Modeplattform aufmerksam geworden ist und dir somit folgt (ein “Like” gibt). Ein paar BeitrĂ€ge spĂ€ter klickt der User auf die Website, wo er dann möglicherweise einen Kauf tĂ€tigt. Der Prozess von Aufmerksamkeit bis zum eigentlichen Kauf ist langwierig und etwas schwierig zu messen, aber kann dennoch sehr gut zur Neukundengewinnung und Bestandskundenbindung verwendet werden.

Stephan M. Czaja (Lukinski): Welche Erfahrung habt ihr mit ViralitĂ€t in sozialen Netzwerken gemacht? Hattest du schon mal Aktionen die besonders ĂŒberraschend waren?

Michael Brenner (AdBaker): Ja, durchaus. Aber ich versuche natĂŒrlich immer so weit wie möglich vorauszusagen wie hoch die VirilitĂ€t sein wird. Zum Einen kann man da bestehende Kennzahlen nehmen, z.B. „Was hat in letzter Zeit gut funktioniert?“, „Welche Bilder und Videos wurden geteilt?”, „Was wurde kommentiert?”. Dies kann man aber auch mit diversen Tools beeinflussen. Es gibt beispielsweise Online Marketing Tools die, basierend auf Keywords, Bildern und Ă€hnlichen Medien auf anderen Facebook Fanpages, auswerten und wiedergeben, wie viele Likes und Shares diese BeitrĂ€ge erzielt haben. Man kann sich dann an diesen Bildern oder textlichen Inhalten orientieren und selbst Ă€hnliche Contents veröffentlichen. Dies wird alles ĂŒber die API von Facebook ermöglicht. Durch diese Methode kann man viele erreichen, egal ob durch alte oder neue Fans.

Stephan M. Czaja (Lukinski): ViralitĂ€t bedeutet „Mund zu Mund Propaganda“. Welche Effekte motivieren Nutzer sich ĂŒberhaupt an Kampagnen oder BeitrĂ€gen zu beteiligen ?

Michael Brenner (AdBaker): Ich denke der Beitrag sollte verschiedene Faktoren beinhalten und sollte auf keinen Fall wie plumpe Werbung wirken. Ein Foto mit „jetzt kaufen“ wird sehr wenig Aktion auslösen, viel mehr sind es persönliche, witzige und traurige Inhalte die zur ViralitĂ€t beitragen. Vorzugsweise teilen, liken und kommentieren Leute Geschichten oder BeitrĂ€ge die sie mit sich (emotional) verbinden können.

Stephan M. Czaja (Lukinski): Haben soziale Netzwerke die Werbekommunikation geÀndert?

Michael Brenner (AdBaker): Ich denke hier hat sich auf jeden Fall etwas verĂ€ndert. Sehr oft lese ich Beitrage und nehme den Beitrag nicht als Werbung wahr. Dann hat der jeweilige Advertiser auf jeden Fall gute Arbeit geleistet! Wenn ich ein Bild sehe, klicke ich auf den Link der mich zu einem Blog fĂŒhrt, dort sehe ich dann welche Aktionen ich eigentlich ausfĂŒhren soll. Diese sind oftmals kostenpflichtig.

Die Art von Werbung hat sich auf jeden Fall mehr zu unterbewusster Werbung verÀndert, das muss aber nicht unbedingt etwas Negatives sein.

Stephan M. Czaja (Lukinski): In wie fern ĂŒbernimmst du Feedback von Nutzern aus sozialen Netzwerken in deine GeschĂ€ftsprozesse?

Michael Brenner (AdBaker): Das ist eine gute Frage, die man aber wieder nicht so pauschal beantworten kann. Ich habe erst gestern von einem Freund gehört, dass er sehr vorsichtig mit Kommentaren in sozialen Netzwerken umgeht. Denn er sagt, wenn er seine GeschĂ€ftsprozesse zu sehr von Fremden oder Fans in sozialen Netzwerken beeinflussen lĂ€sst, gerĂ€t er in die Gefahr, dass auch er unterbewusst von der Konkurrenz beeinflusst wird – denn wer weiß, wer letztendlich die ein oder zwei kritischen Postings verfasst. In sozialen Netzwerken kann nicht bestimmt werden von wem die Anmerkungen oder Kritiken kommen. Meiner Meinung nach sollte man die Signale nicht ignorieren, sondern sie wahrnehmen und analysieren. Über die Zeit sollte man dann feststellen, ob man gewisse Prozesse verĂ€ndern und auf die User anpassen sollte.

Stephan M. Czaja (Lukinski): Danke fĂŒr deine offenen Worte zum Thema Social Media Marketing! Sind Sie auf der Suche nach einem Social Media Experten fĂŒr ihr Onlineprojekt? Auf der AdBaker Website finden Sie alle relevanten Informationen.

 

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Quelle: www.lukinski.de/interview/…