Social Networks: Theorie und Break Through im Kommunikationsmodell

Kennen Sie das Sender-Empfänger-Modell? Es zeigt auf, in welcher Richtung Kommunikation stattfindet. Eine 1:n Beziehung wäre zum Beispiel ein Radiosender in den 30er Jahren. Der Radiosender spielt Musik und Sprache und Zuschauer empfangen die Sendungen zuhause, am Empfänger. Die Kommunikation ist einseitig. Informationen fließen vom Sender zum Empfänger. Es gelangt aber keine Information vom Empfänger zum Sender. Schnittstellen ergeben sich erst mit den ersten Live Shows und der ersten Zuhörer Einbindung. Zum ersten Mal konnten Höhrer ihre Meinung ungefiltert mit einbringen. Die erste Schnelle zu einer m:n Beziehung. Aber nur ein erster, sehr kleiner Schritt. Denn die Auswahl der Gesprächspartner übernimmt immer noch ein Redakteur oder Mitarbeiter des Senders. Kritische Stimmen können auch hier im Vorfeld vom Sender gefiltert werden. In Zeitungen ist es ähnlich. Leserbriefe werden gedruckt, jedoch vorher vom Redakteur selektiert.

Die Revolution durch Web 2.0 und soziale Netzwerke

Social Media, bzw. das Web 2.0, ändert das Modell zum ersten Mal grundlegend. Das Web 2.0 erlaubt es zum ersten Mal, dass “Jedermann” zum Sender werden kann. Durch die ersten Blogs, die erste soziale Netzwerke, die ersten Videoportale und heute Apps. Niemand benötigt mehr spezielles Fachwissen oder große Computerräume. Alles was man zum senden braucht, ist das Smartphone oder ein Notebook. Durch die selben Apps, Portalbetreiber, Suchmaschinenbetreiber, ua. werden die gesendeten Informationen schnell von anderen Nutzern gefunden. Im Idealfall treten sie in Interaktion, durch Likes, Kommentare oder sogar durch das Teilen von Inhalten.

Viralität bedeutet deshalb etwas anderes als noch vor einhundert Jahren. Virale Effekte treten bei interessanten, oft unerwarteten Inhalten auf, die die Bedürfnisse der Community, Fans oder Follower erfüllen. Katzenvideos erobern die Welt! Ist das schlimm? Nein. Denn Unterhaltung bzw. Entertainment war in Medien schon immer ein großer Faktor. Das neue Web transportiert Informationen nur anders. Sie sind schneller, markanter in ihrer Darstellung und sie sind schnell rezipierbar, also für den Nutzer aufnehmbar bzw. verstehbar. Wer es schafft, seine Inhalte dementsprechend zu verpacken, wird Erfolg haben.

Wie immer im Unternehmen gilt, du ertenst, was du sähst.

Was sind Soziale Netzwerke?

Grundfunktion sozialer Netzwerke im Sender: Empfänger Modell

Soziale Netzwerke vereinen im Grunde verschiedene Funktionen zum digitalen m:n (gleichwertigen) Informationsaustausch. Sie erlauben es Internetnutzern Medien untereinander zu teilen. Ganz egal ob pure Informationen oder freundschaftliche Emotionen. Statt einfacher Netzwerkstrukturen ermöglichen sie den umfangreichen Austausch beider Welten. Nutzer können Gruppen und Gemeinschaften anlegen, aber auch eigene Fanseiten für sich oder andere, für kommerzielle und nichtkommerzielle Projekte, sowie thematisch pro oder contra. Ganz egal, alles ist möglich, denn die Netzwerke bieten alle Freiheiten. Noch vor Fanseiten oder Gruppen steht die Selbstvermarktung in sozialen Medien. Warum sollte man sonst sein Essen teilen, den Club Besuch oder den wundervollen Urlaub? Social Media bedeutet “sehen und gesehen werden”. Influencer, Blogger und Youtuber sind die neuen Rockstars, Schauspieler und Topmodels. Jeder will dabei sein. Ein wichtiger Aspekt für Ihr Social Media Marketing!

“Broadcast Yourself” – Das neue Informationszeitalter

Fast alle sozialen Netzwerke haben eine Blog Funktion (vgl. Timeline bei Facebook) in der die Neuigkeiten der eigenen, sozialen Gruppe, bestimmt durch eigen ausgeführte Verknüpfungen (Follows, Freundschaften, etc.), von Interessen (bspw. Fanseiten) und den Algorythmen der Unternehmen, die für uns zusätzliche, relevante Inhalte hinzufügen. Wenn wir diese Inhalte sehen, können wir in der Regel eigene Vorlieben benennen, zum Beispiel durch Kommentare und Likes (“Gefällt mir”-Angaben). Einige Netzwerke wie Facebook bieten auch Emotionen in vorm von Emojicons (Smileies). Ebenso kann man geteilte Medien erneut weitergeben und in einigen Netzwerken sogar speichern und archivieren. Deshalb ist auch die technische Entwicklung ein Feld, das man im Social Media Marketing im Auge behalten sollte.

Der Trend zur Mobilität und zur Virtualität ist aktuell im vollen Lauf. Für eine Bestätigung der These genügt eine Fahrt in der U-Bahn. Von dreißig Menschen im Wagon werden zwei ein Buch lesen, einer sieht sich um und siebenundzwanzig Personen benutzen ihr Smartphone. Sie spielen mit Apps, schauen auf Instagram nach neuen Trends oder ihren Idolen oder lesen etwas auf Blogs. Das Web ist allgegenwärtig und wird zunehmend mobil und virtuell. Konzepte wie Belohngs-Apps für Shoppingausflüge in der Innenstadt oder witzige Animationen für Videos in Snapchat, das Web bietet den Menschen Unterhaltung, 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche. Jede Information ist verfügbar, wirklich jede. Soziale Gruppen entstehen und verschwinden. News erreichen die Menschen, noch bevor sie in den Nachrichten erwähnt werden. Willkommen in der nächsten Ära im Informationszeitalter.