Naming & Claiming: Markennamen und Slogans entwickeln, die bleiben
Ein Markenname entscheidet in Sekundenbruchteilen darüber, ob ein Unternehmen als vertrauenswürdig, innovativ oder austauschbar wahrgenommen wird. Zusammen mit einem prägnanten Claim bildet er das Fundament jeder Markenkommunikation – noch bevor ein Logo gezeichnet, ein Werbebudget geplant oder ein Kanal bespielt wird.
Was Naming und Claiming wirklich leisten
Naming bezeichnet den Prozess der strategischen Markennamenfindung. Claiming ergänzt diesen Namen durch einen Satz oder eine Phrase, die das Markenversprechen verdichtet. Studien zeigen, dass konsistente Markennamen die Wiedererkennung um bis zu 80 Prozent steigern können.
Merkmale eines starken Markennamens
Kürze und Aussprache
Maximal drei Silben sorgen für bessere Merkfähigkeit
- Unterscheidbarkeit: Der Name hebt sich vom Wettbewerbsumfeld ab
- Bedeutungsoffenheit: Zu enge Beschreibungen begrenzen das Markenwachstum
Schutzfähigkeit
Ohne Markenschutz bleibt jede Investition in den Namen gefährdet
- Domain-Verfügbarkeit: .de und .com sollten idealerweise verfügbar sein
Emotionale Resonanz
Der Name löst beim Hören eine passende Assoziation aus
Namenstypen: Von beschreibend bis abstrakt
Profis unterscheiden zwischen beschreibenden Namen, erfundenen Namen (Kunstwörter), assoziativen Namen sowie Abkürzungen und Eigennamen. Beschreibende Namen sind leicht verständlich, aber schwer schützbar. Kunstwörter sind markenschutzrechtlich stark, erfordern aber höheres Bekanntheitsmachungsbudget.

Key Insight: Der Markenname ist der meistgedruckte, meistgesprochene und meistgesehene Text eines Unternehmens – er verdient denselben strategischen Aufwand wie das Geschäftsmodell selbst.
Claims entwickeln: Kürze als Königsdisziplin
Ein Claim ist die verbale Essenz des Markenversprechens. Gute Claims funktionieren auf drei Ebenen gleichzeitig: Sie sind rational verständlich, emotional aufgeladen und formal einprägsam. Die optimale Länge liegt zwischen zwei und sieben Wörtern.
Namen testen, bevor sie final werden
Vor der Entscheidung lohnt sich ein einfacher Praxistest: den Namen laut vorlesen, ihn in eine E-Mail-Signatur schreiben, ihn am Telefon buchstabieren. Wer dabei stolpert, merkt schnell, ob ein Name im Alltag funktioniert oder nur auf dem Papier gut aussieht. Auch eine kleine Umfrage im Bekanntenkreis oder unter Zielgruppen-Vertretern zeigt, ob die gewünschte Assoziation tatsächlich ankommt.
Rechtliche Prüfung nicht vergessen
Vor der finalen Festlegung gehört eine Markenrecherche beim DPMA oder EUIPO zum Pflichtprogramm – parallel zur Domain- und Social-Media-Handle-Verfügbarkeit. Ein Name, der markenrechtlich blockiert ist, verursacht später deutlich höhere Kosten als eine gründliche Prüfung im Vorfeld.
Key Insight: Ein guter Name und ein starker Claim ersetzen keine Positionierung – sie machen sie nur sichtbar. Wer an der Substanz spart, merkt das spätestens beim nächsten Rebranding.




















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