DOOH: Digital Out-of-Home Werbung, Programmatic DOOH und digitale Aussenwerbung
Werbung im öffentlichen Raum war jahrzehntelang gleichbedeutend mit statischen Papierplakaten an Litfaßsäulen und Bushaltestellen. Mit DOOH — Digital Out-of-Home Werbung — hat sich das grundlegend verändert: Digitale Screens, Echtzeit-Targeting und programmatische Buchung machen Außenwerbung so präzise und messbar wie Online-Kampagnen.
Was ist DOOH? Digital Out-of-Home Werbung einfach erklärt
DOOH steht für Digital Out-of-Home und bezeichnet alle digitalen Werbeflächen im öffentlichen Raum — von großen LED-Boards an Hauptverkehrsstraßen über Screens in Einkaufszentren und U-Bahnhöfen bis hin zu digitalen Säulen an Flughäfen. Der entscheidende Unterschied zur klassischen OOH Außenwerbung liegt in der Flexibilität: Ein DOOH-Motiv lässt sich sekundengenau anpassen — je nach Tageszeit, Wetter, aktuellem Ereignis oder Passantenaufkommen.
Die wichtigsten DOOH-Formate im Überblick
- Digital Billboards: Großformatige LED-Screens an Hauptstraßen und Autobahnen
- City Light Boards (CLB): Digitale Wartehäuschen und Infosäulen in Fußgängerzonen
- Indoor-Screens: Displays in Einkaufszentren, Supermärkten, Fitnessstudios
- Transit-Advertising: Screens in U-Bahnen, Zügen, Bussen und auf Bahnhöfen
- Point-of-Sale-Screens: Digitale Displays direkt am Kaufort
- LED-Bandenwerbung: Digitale Werbebanden in Stadien und Sporthallen
Gerade Stadionwerbung und LED-Bandenwerbung im Fußball sind ein besonders reichweitenstarkes DOOH-Format, das Live-Publikum und TV-Zuschauer gleichzeitig erreicht.
Statisches OOH vs. DOOH vs. Programmatic DOOH — der Vergleich
| Merkmal | Statisches OOH | DOOH | Programmatic DOOH |
|---|---|---|---|
| Motivwechsel | Nur manuell (Druck) | Digital, geplant | Echtzeit, automatisiert |
| Targeting | Nur Standort | Standort + Tageszeit | Standort, Wetter, Audience, Context |
| Buchungsweg | Direkt beim Vermarkter | Direkt oder Agentur | DSP/SSP-Plattform |
| Mindestlaufzeit | 1–4 Wochen | Tage bis Wochen | Stundenweise möglich |
| Messbarkeit | Reichweitenschätzung | Impressions, Schleifen | Detailliertes Reporting, Attribution |
| Einstiegsbudget | Ab ~500 € | Ab ~1.000 € | Ab ~2.000–5.000 € |
DOOH vereint die emotionale Wirkung von Außenwerbung mit der Präzision digitaler Kampagnen — ein Format, das Reichweite und Relevanz zugleich liefert.
Programmatic DOOH: Die Zukunft der Außenwerbung
Programmatic DOOH überträgt die Logik des Performance Marketings auf den öffentlichen Raum. Über Demand-Side-Plattformen (DSPs) buchen Werbetreibende automatisiert Werbeflächen auf Basis von Echtzeitdaten — ähnlich wie bei Google Display Ads, nur eben draußen auf physischen Screens.
Wie Programmatic DOOH funktioniert
- Screens sind in SSP-Netzwerke eingebunden und bieten freie Slots an
- Werbetreibende definieren Zielkriterien: Standort, Tageszeit, Wetter, Passantenfrequenz
- Die DSP ersteigert passende Slots in Echtzeit und spielt das Motiv aus
- Reporting liefert Impressions, Ausspielzeiten und bei verknüpften Kampagnen auch Attribution

Standort-Targeting bei DOOH: Was wirklich möglich ist
- Wetter-Trigger: Sonnencreme-Werbung nur bei Temperaturen über 25 Grad
- Tageszeit-Segmente: Frühstücksangebot morgens, Happy-Hour-Promo ab 17 Uhr
- Event-Kontext: Bierwerbung rund um ein Fußballspiel, Fahrdienst-Ads nach Konzertende
- Proximity-Targeting: Screens in der Nähe des eigenen Ladens oder eines Wettbewerbers
Damit ergänzt DOOH digitale Kampagnen auf Meta Ads oder im Social-Media-Bereich ideal — Cross-Channel auf einem neuen Level.
Kosten: Was DOOH-Kampagnen kosten
- Einzelne Screens (regional): 200–800 € pro Woche für kleinere Städte
- Premium-Lagen (Großstädte): 1.500–5.000 € pro Woche
- Netzwerk-Buchungen: Ab 3.000–10.000 € für bundesweite Kampagnen
- Programmatic DOOH: CPM-basiert, typischerweise 5–25 € CPM
- Motiv-Produktion: Für einfache Animationen 300–1.500 €
Checkliste: Wann macht DOOH Sinn?
| Kriterium | DOOH sinnvoll? |
|---|---|
| Mindestbudget ab 1.500 € verfügbar | Ja — Einstieg realistisch |
| Lokaler/regionaler Fokus (Stadt, PLZ) | Stark — Standort-Targeting optimal |
| Brand Awareness als Hauptziel | Ideal — Hohe Sichtbarkeit im Alltag |
| Rein direktes Response-Ziel (Klick/Lead) | Begrenzt — besser mit digitalem Retargeting kombinieren |
| Zeitkritische Aktionen (Wochenend-Deal, Event) | Ja — Kurzfristige Ausspielung möglich |
| Zielgruppe verbringt Zeit in der Außenwelt | Optimal — Pendler, Shopper, Sportpublikum |
DOOH im Marketing-Mix
DOOH ist selten ein Standalone-Kanal. Typische Kombinationen: DOOH + Social Retargeting, DOOH + Search (Google Ads profitieren direkt), DOOH + Event (Event Sponsoring). Durch programmatische Buchungsplattformen können heute auch mittelständische Unternehmen mit überschaubarem Budget gezielt in ihrem Einzugsgebiet auf digitalen Screens präsent sein.
Fazit
DOOH ist keine Zukunftstechnologie mehr — es ist die Gegenwart der Außenwerbung. Digitale Screens im öffentlichen Raum verbinden die emotionale Reichweite klassischer OOH-Formate mit der Flexibilität, Targetingtiefe und Messbarkeit, die Werbetreibende aus dem Online-Marketing kennen. Ob regionale Awareness-Kampagne, kontextuelles Event-Marketing oder programmatisch ausgespieltes Retargeting im physischen Raum: DOOH bietet Möglichkeiten, die statische Plakatwerbung schlicht nicht leisten kann. Wer heute in Außenwerbung investiert, kommt an digitalen Screens nicht mehr vorbei.


















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