Pinterest Ads für Unternehmen: Werbung schalten und Reichweite aufbauen

Pinterest hat sich in den letzten Jahren von einer reinen Inspirationsplattform zu einem ernstzunehmenden Performance-Kanal entwickelt. Laut aktuellen Studien kaufen 89 % der Pinterest-Nutzer Produkte, die sie auf der Plattform entdeckt haben — ein Wert, den kaum eine andere Social-Media-Plattform erreicht. Wer seine Reichweite ausbauen und kaufbereite Zielgruppen ansprechen will, kommt an Pinterest Ads kaum noch vorbei.

Warum Pinterest Ads für Unternehmen besonders stark sind

Pinterest tickt anders als andere Plattformen: Die Nutzer kommen mit echter Kaufabsicht. Sie suchen aktiv nach Ideen, Produkten und Lösungen und sind dabei offen für Werbung, die ihren Feed bereichert statt unterbricht — ein ganz anderes Mindset als auf Instagram oder TikTok, wo Werbung meist als Störung wahrgenommen wird. Pinterest-Nutzer planen: Sie sammeln Ideen für Renovierungen, Hochzeiten, Outfits oder Rezepte oft Monate im Voraus. Wer als Marke früh in diesem Entscheidungsprozess auftaucht, hat gewonnen.

  • Kaufbereite Zielgruppe: 89 % der Nutzer haben schon einmal ein Produkt gekauft, das sie über Pinterest entdeckt haben.
  • Lange Content-Lebensdauer: Ein guter Pin bleibt Monate, teils Jahre relevant — Stories und Reels verschwinden dagegen nach Stunden.
  • Hohe Reichweite bei geringem Wettbewerb: Die CPMs liegen oft spürbar unter denen von Meta oder Google.
  • Visuelles Discovery: Dein Produkt wird schon in der Planungsphase entdeckt, nicht erst nach dem Kauf beworben.
  • Shopping-Integration: Direkte Verlinkung zu Produktkatalogen und Shop-Systemen macht den Weg vom Pin zum Kauf kurz.
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Die wichtigsten Pinterest Ad-Formate im Überblick

Pinterest bietet verschiedene Werbeformate, die je nach Kampagnenziel unterschiedlich stark performen — die Wahl des richtigen Formats entscheidet mit über deinen ROAS. Die folgende Tabelle zeigt alle aktuellen Formate mit typischen Richtwerten für CPM (Cost per Mille) und CPC (Cost per Click). Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Zielgruppe, Branche und Gebotsstrategie ab, die Werte dienen also nur als Orientierung:

Ad-Format Beschreibung Empfohlenes Ziel CPM (Richtwert) CPC (Richtwert)
Standard Pin Einzelbild (2:3 Ratio empfohlen), statisch oder animiert Markenbekanntheit, Traffic 2,00–5,00 € 0,10–0,50 €
Video Pin Video (2:3 oder quadratisch), 4 Sek.–15 Min. Awareness, Engagement 3,00–8,00 € 0,15–0,70 €
Shopping Ad Produktkatalog-basiert, direkte Preisanzeige Conversion, ROAS 4,00–10,00 € 0,20–0,80 €
Carousel Ad 2–5 Bilder in einem Pin scrollbar Produktpalette, Storytelling 3,00–7,00 € 0,12–0,60 €
Collections Ad Hauptbild + 3 Produktbilder darunter E-Commerce, Katalog 5,00–12,00 € 0,25–0,90 €

Praxis-Tipp aus der Agentur: Starte mit Standard Pins und Video Pins im oberen Funnel, bevor du Shopping Ads und Collections für Conversion-Kampagnen einsetzt. Das schafft Markenvertrauen, das sich bei Bottom-Funnel-Kampagnen in einer spürbar besseren Conversion-Rate niederschlägt. Viele Unternehmen optimieren von Anfang an nur auf Conversion und wundern sich dann, warum der ROAS nicht stimmt.

Pinterest Ads schalten: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Einstieg in Pinterest Ads ist strukturierter als bei Meta oder TikTok — solange du die richtige Reihenfolge einhältst. So gehen wir bei Social Media One für unsere Kunden vor:

1. Pinterest Business Account einrichten

Ohne Business-Account läuft nichts. Der Wechsel ist kostenlos über business.pinterest.com möglich. Verknüpfe deine Website und verifiziere die Domain, denn nur dann erscheinen deine Pins mit dem Logo deiner Marke. Richte außerdem den Pinterest-Tag ein — das JavaScript-Snippet für deine Website trackt Conversions, Warenkörbe und Seitenaufrufe und legt damit die Grundlage für jedes Retargeting und Conversion-Tracking.

2. Kampagnenziel definieren

Pinterest kennt folgende Kampagnenziele: Markenbekanntheit, Video-Views, Consideration (Traffic), App-Install, Conversion und Catalog Sales. Für die meisten E-Commerce-Unternehmen empfehlen wir den Start mit Consideration — nach 2–3 Wochen, sobald der Pinterest-Tag genug Daten gesammelt hat (mindestens 50 Conversion-Events pro Woche), wechselst du auf Conversions.

3. Zielgruppe präzise einrichten

Pinterest bietet drei Haupt-Targeting-Optionen: Interessen-Targeting (nach Themenbereichen wie Mode, Home Decor, Fitness), Keyword-Targeting (nach Such-Intent — ähnlich wie Google) und Audience-Targeting (eigene Listen, Lookalikes, Retargeting). In der Praxis liefert meist die Kombination aus Keyword- und Interessen-Targeting die besten Ergebnisse.

4. Creative-Material vorbereiten

Pinterest ist in erster Linie ein visuelles Medium. Bilder im Format 2:3 (1000×1500 px) performen am besten, Text auf dem Bild sollte minimal bleiben — Pinterest-Nutzer scannen, sie lesen nicht. Warme, helle Farben schlagen dunkle Motive bei der Klickrate um rund 20–30 %. Für den Aufbau von Markenbekanntheit funktionieren realistische Lifestyle-Fotos meist besser als reine Produktfreisteller.

5. Budget und Gebotsstrategie festlegen

Plane zum Start mindestens 20–30 € Tagesbudget pro Kampagne ein, sonst sammelt Pinterest nicht genug Daten. Der Algorithmus braucht eine Lernphase von 7–14 Tagen, um die optimale Auslieferung zu finden. Greif in dieser Zeit nicht in Gebote oder Zielgruppen ein — sonst beginnt die Lernphase von vorn.

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Targeting-Strategien für maximale Reichweite

Beim Targeting tickt Pinterest anders als Meta oder TikTok, weil die Plattform die Planungsabsicht ihrer Nutzer kennt. Drei Strategien haben sich in der Praxis bewährt:

Keyword-Targeting: Der stärkste Hebel

Pinterest-Suchen sind transaktional: Wer nach „Wohnzimmer Ideen minimalistisch“ sucht, plant gerade eine Einrichtung und kauft in den nächsten Wochen oder Monaten. Recherchiere passende Begriffe mit dem Pinterest Keyword-Tool direkt im Ads-Manager und mische breite Keywords mit hoher Reichweite und spezifische Long-Tail-Keywords mit höherer Conversion-Relevanz. Als Richtwert solltest du 50–100 Keywords pro Anzeigengruppe einplanen.

Interessen-Targeting: Für Awareness ideal

Über 5.000 Interessenkategorien stehen bei Pinterest zur Auswahl. Kombiniere 3–5 relevante Kategorien pro Anzeigengruppe, ohne die Cluster zu breit oder zu eng zu fassen. Eine Küchen-Marke würde beispielsweise auf „Kochen & Backen“, „Kücheneinrichtung“, „Food Fotografie„, „Rezepte“ und „Home Decor“ setzen. Teste mehrere Kombinationen gegeneinander und optimiere nach CPM und Engagement Rate.

Actalike Audiences: Skalierung auf Basis der Besten

Ab 100 Bestandskunden oder Website-Besuchern in deiner Custom Audience erstellt Pinterest automatisch eine „Actalike Audience“ — das Pendant zu Facebooks Lookalike Audiences. Die Einstellung reicht von 1 % (sehr ähnlich, klein) bis 10 % (weniger ähnlich, groß) der Gesamtbevölkerung eines Landes.

ROAS optimieren: Was wirklich funktioniert

Ein guter Pinterest-ROAS liegt je nach Branche zwischen 3x und 8x. An diesen Stellschrauben lohnt es sich am meisten zu drehen:

Creative-Testing systematisch angehen

Erstelle pro Kampagne mindestens 3–5 Creatives und lass sie 7–14 Tage laufen, bevor du Entscheidungen triffst. Ändere dabei jeweils nur eine Variable: Bild gegen Video, heller gegen dunkler Hintergrund, mit oder ohne Textoverlay, Produktfoto gegen Lifestyle-Aufnahme. Pinterest Analytics zeigt dir Impression Share, Klickrate und Ausgaben pro Creative — daran erkennst du schnell, was konvertiert.

Landing Page auf Pinterest-Traffic optimieren

Pinterest-Nutzer sind inspirationsgetrieben und brauchen länger für ihre Entscheidung als etwa Google-Nutzer. Deine Landing Page sollte deshalb visuell hochwertig sein, Vertrauen aufbauen — über Bewertungen, UGC, Gütesiegel — und einen niedrigschwelligen CTA haben, etwa „Inspirationen entdecken“ statt „Jetzt kaufen“. Ein Exit-Intent-Popup oder ein Newsletter-CTA hilft zusätzlich, Besucher zu halten, die noch nicht kaufbereit sind.

Saisonalität nutzen

Pinterest ist die Plattform der Vorausplaner: Weihnachts-Content wird schon im Oktober geplant, Sommerurlaub im März gesucht. Schalte deine Ads deshalb 6–8 Wochen vor dem eigentlichen Ereignis, nicht kurz davor — so erreichst du die Planer, bevor der Wettbewerb die CPMs nach oben treibt. Der Pinterest-Trendkalender im Business-Dashboard ist dafür eine gute Planungsgrundlage.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

In der Beratung sehen wir bei Pinterest Ads immer wieder dieselben Fehler — die meisten davon lassen sich leicht vermeiden.

Falsches Bildformat

Querformat (16:9) performt auf Pinterest deutlich schlechter als Hochformat (2:3) — die Plattform wurde für vertikale Inhalte gebaut, also nutze das auch.

Zu viel Text auf Bildern

Pins mit zu viel Textoverlay werden von Pinterest in der Distribution unterdrückt. Halte Texte auf dem Bild minimal und klar lesbar.

Pinterest-Tag fehlt

Der häufigste Anfängerfehler: Ohne Tag gibt es kein Conversion-Tracking, kein Retargeting und keine sinnvolle Optimierung.

Zu kleine Budgets

Mit 5 € Tagesbudget kann der Algorithmus nicht trainiert werden — für die Lernphase solltest du mindestens 20 € pro Tag einplanen.

Kampagnen zu früh anpassen

Gebote, Zielgruppen und Budgets während der Lernphase (7–14 Tage) zu verändern, setzt den Lernprozess komplett zurück.

Keine organische Pinterest-Präsenz

Bezahlte Pins performen besser, wenn das organische Profil dahinter aktiv ist, denn viele Nutzer schauen sich dein Profil an, bevor sie klicken.

Pinterest Ads in den gesamten Marketing-Mix integrieren

Pinterest Ads entfalten ihre volle Wirkung als Teil einer integrierten Strategie, nicht als Silokanal. Der typische Pinterest-Nutzer hat erste Berührungspunkte mit deiner Marke oft schon auf Google oder Instagram, bevor er auf Pinterest in die Planungsphase geht — oder er entdeckt dich zuerst auf Pinterest und recherchiert danach auf Google weiter. Solche Cross-Channel-Journeys solltest du bei deiner Attribution mitdenken.

Verbinde Pinterest mit deinem Social-Media-Budget-Planning, damit Investitionen kanalübergreifend sinnvoll verteilt werden. Organische Pinterest-Boards ergänzen die bezahlten Inhalte gut, weil sie das Nutzerprofil kontextualisieren und stärken. Und Retargeting-Kampagnen, die Pinterest-Besucher auf anderen Kanälen wie Google Display oder Meta reaktivieren, schließen den Kreis.

Planst du auf Pinterest Influencer-Kooperationen, lohnt sich ein Blick auf aktuelle Preise und Strukturen im Influencer Marketing — Pinterest-Creator haben oft kleinere, aber sehr kaufbereite Communitys. Eine durchdachte Pinterest-Marketing-Strategie ist ohnehin die Grundlage, auf der Ads aufbauen sollten. Wer für die gesamte Kanalstrategie professionelle Unterstützung sucht, findet sie in unseren Pinterest Agentur-Leistungen.

Hast du Fragen zu deiner individuellen Pinterest-Ads-Strategie? Schreib uns — wir beraten dich kostenlos zu deinen Möglichkeiten auf Pinterest.

Häufig gestellte Fragen zu Pinterest Ads

Welche Branchen funktionieren auf Pinterest am besten?
Besonders stark sind visuell geprägte Branchen: Mode und Accessoires, Home Decor, Beauty und Kosmetik, Food und Rezepte, Reise und Lifestyle, Fitness und Wellness sowie Hochzeit und Events. Aber auch B2B-Unternehmen wie SaaS- oder Design-Tool-Anbieter erzielen auf Pinterest gute Ergebnisse, vor allem mit Infografiken und Tutorials.
Wie unterscheiden sich Pinterest Ads von Facebook Ads?
Der größte Unterschied liegt im Mindset der Nutzer: Auf Pinterest befinden sie sich in einer aktiven Planungs- und Entdeckungsphase mit hoher Kaufabsicht, auf Facebook werden sie beim Scrollen unterbrochen. Das führt oft zu einer höheren Conversion-Qualität bei Pinterest, dafür zu einer niedrigeren sofortigen Klickrate. Ein weiterer Unterschied: Pins können noch Monate nach der Veröffentlichung Traffic bringen, ein Facebook-Post ist meist nach ein paar Tagen durch.
Über den Autor Chefredaktion
Stephan M. Czaja

Unternehmer, Nerd und Coder mit Liebe für Marketing, Ads, Creatives und Kampagnen. Schreibe, seit ich denken kann — über alles, was zählt.