Native Ads: Definition, Kosten, Beispiele und Agentur

Native Ads (Native Advertising oder auch Native Display-Anzeigen) bezeichnen alle bezahlten Werbeformate, die diskret als Anzeige gekennzeichnet sind. Native Advertising ist also einfach gesagt Werbung, die nicht nach Werbung aussieht. Native Ads bieten kleine Nachteile, doch vor allem Vorteile. Schon gewusst? Nach einem Whitepaper von AppNexus liegt er CTR nativer Display Werbung im Schnitt 8,8-mal höher. Laut Forbes steigt die Kaufabsicht durch Native Ads um ganze 18%. Auch in unseren Kundenprojekten messen wir immer eine höhere CTR. Womit hat das zu tun? Personalisierung von Inhalten, Storytelling und dezentere Kommunikationswege: Empfehlungsmarketing. Warum Native Advertising? Was ist native Werbung? Was versteht man unter Advertising?

Was sind Native Ads? Definition

Wir alle kennen sie: Gesponserte Inhalte. Beim lesen von Online Magazinen, in Social Media Plattformen. Native Ads schmiegen sich fast unauffällig in die Umgebung des jeweiligen Mediums ein. Native Ads sind also sowohl optisch, als auch personalisiert, inhaltlich an das Umfeld der Werbemaßnahme angepasst. Native Ads können sowohl in Online Werbung als auch in Print Werbung verbreitet werden.

Typische Kennzeichnungen sind:

„Gesponserter Inhalt“

„Für dich empfohlen“

Wenn ein Nutzer auf diese Anzeigen klickt, wird er zu einer Website / App eines Dritten weitergeleitet. Das ist nur ein Beispiel für native Werbung (Native Ads). Native Werbung tarnt sich, wie beschrieben, geschickt in bestehenden Medienformaten. Dazu gehören Aspekte der Gestaltung (Farbe, Schrift, Schriftgröße, usw.), ebenso wie die gezielte Ansprache des Publikums.

Native Ads ermöglichen es Marken und Unternehmen, gewünschte Inhalte auf eine nicht typische, verkaufsfördernde Weise zu auszuliefern. Im Gegensatz zur Bannerwerbung sehen Native Ads also aus, wie ein natürlicher Teil der Benutzeroberfläche. Es unterbricht also nicht die UX (User Expirience).

70% der Nutzer wollen mehr über Produkte erfahren, durch Inhalte, nicht durch traditionelle Werbung.

Native Ads:

  • Integratives Werbeanzeigen (unauffällig)
  • Indirekte, verkaufsfördernde Maßnahme
  • Auch für PR, Online Reputation, Brand Awareness

Warum Native Ads?

In den letzten Jahren waren Display-Ads das Mittel, um den Online Verkauf zu fördern. Bannerblindheit und Werbemüdigkeit sind real, und die Werbetreibenden haben eine Herausforderung, sie zu bekämpfen.

Das Phänomen von überdosierter Werbung kennen wir alle aus der Innenstadt. Wer nimmt noch einzelne Plakate wahr? Auch im Internet ignorieren Nutzer Werbebanner oder blocken sie sogar vollständig, durch Ad-Blocker. Die „klassische“ Display-Werbung im Online Marketing verliert an Wirksamkeit (nicht an Relevanz), da Nutzer sich mehr und mehr Immunisieren. Aus der Notwendigkeit heraus, sich dem neuem Nutzerverhalten anzupassen, entstand die native Werbung.

Native Ads ist Werbung, die nicht nach Werbung aussieht, oder einfach gesagt:

1990 wurden Artikel in Magazinen gekauft, heute in Online Magazinen

Vorteile & Nachteile von Native Ads

Hier auf einen Blick zusammengefasst, die Vorteile & Nachteile von Native Ads. Wir starten zunächst mit den Nachteilen:

Nachteile dieser Strategie: Monitoring und Zeit

  1. Erfolgsmessung
  2. Zeit, Arbeit und Kosten
  3. Versteckte Kennzeichnung

Erfolgsmessung

Die Messung der Leistung von Native Ad Kampagnen ist eine der schwierigsten Herausforderungen, die es für jede einzelne Kampagne zu lösen gilt. Exakte Aussagen über Kennzahlen wie den Return on Investment (ROI) sind schwer messbar.

Zeit, Arbeit und Kosten

Native Ads heißt auch immer Storytelling. Eine gute Geschichte, ansprechendes Design (beispielsweise bei Infografiken, etc. ) erfordern Zeit und auch Talent. Wer „nur“ auf Social Ads setzt, dem genügt im Idealfall eine gute, aussagekräftige Grafik.

Versteckte Kennzeichnung

Nach unserer Definition sind Native Ads alle bezahlten Werbeformate, die diskret als Anzeige gekennzeichnet sind. Deshalb ist es umso wichtiger, das Nutzer nur mit Online Werbung konfrontiert werden, die fair, klar und ansprechend ist und wirklich einen Mehrwert liefert. Oft sind solche Native Ads „zu diskret“ gekennzeichnet, was auch Kritik hervorruft.

Vorteile der Strategie: Personalisierung und CTR

  1. Empfehlungsmarketing
  2. Maßgeschneiderte Inhalte
  3. Höhrere CTR

Maßgeschneiderte Inhalte

Maßgeschneiderte Inhalte von Native Ads sind vertrauenswürdiger als traditionelle Werbung, wie du auch gleich noch in den Kennzahlen zu Markt und zur Entwicklung von Online Werbung siehst, da diese im Vergleich zu traditioneller Werbung zielgenauer, für die Zielgruppe informativer als auch unterhaltsamer sind. Sie regen Nutzer zum Nachdenken an und können als PR Tool auch für die Reputation, bzw. das Markenimage Effekte erzielen.

Empfehlungsmarketing

75 % der Nutzer beschäftigen sich genau dann mit einem Thema, wenn das Interesse am größten ist (Quelle: Reuters). Genau jetzt ist der Zeitpunkt für Native Ads gekommen. Denn dabei spielt es meist keine Rolle, ob der Inhalt gebrandet ist oder nicht.

Damit das funktioniert, stellt man eine echte, emotionale Verbindung zum Nutzer her, durch Inhalte die auf die Persönlichkeit des Nutzers / der Zielgruppe abgestimmt sind, durch ansprechendere Layouts und Designs, sowie Videos und Infografiken.

Höhrere CTR

Wie in den Nachteilen gesehen, ist eine exakte Erfolgsmessung für Native Ad Kampagnen schwer. Was allerdings gut nachvollziehbar ist, ist die höhere Klickrate (CTR), im Vergleich zu den typischen Display-Anzeigen.

Ein weiteres Beispiel? Clark+Meyler’s native Werbekampagne für GE (General Electric, USA), erreichte 5,1 Millionen Menschen und brauchte ganze 416.000 Clickthroughs. Das ist eine CTR von über 8 %. Spannend ist dann der Vergleich zu traditionellen Display Ad CTRs. Im Jahr 2000 lagen diese noch bei ganzen 9%, schon 2012 waren es nur noch 0,2%. Deshalb misst man meist auch in CPM (Click Per Mille). Grundlage für diese Kennzahlen sind Klicks und Impressions.

Werbeausgaben und Entwicklung im Marketing

Die effektivere Klickrate für uns auch direkt zu den Marktkennzahlen. Wie entwickelt sich Online Werbung derzeit?

Online Werbung in Deutschland

Online Werbung nimmt in ihrer Bedeutung zu. Das zeigen die Zahlen. Im Jahr 2017 wurden noch rund 7,4 Milliarden Euro mit Online Werbung umgesetzt. Im gleichen Zeitraum waren es 8,7 Milliarden Euro für Werbung in Printmedien. Ein Jahr später (2018) waren es schon 7,9 Milliarden (+ 500 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr; Quelle: Statistisches Bundesamt).

Weltweite digitale Vermarktung

In 2021 soll Online dann zum ersten Mal 52 Prozent der weltweiten Werbeausgaben erreichen (Quelle: Internet World). Dies ist die allgemein Entwicklung der Ausgaben für Online-Werbung weltweit in den Jahren 2014 bis 2020, sowie eine Prognose bis in das Jahr 2024.

  • 2014 – 146,62 Mrd. USD
  • 2016 – 191,87 Mrd. USD
  • 2018 – 283,35 Mrd. USD
  • 2020 – 332,84 Mrd. USD
  • 2022 – 441,12 Mrd. USD*
  • 2024 – 526,17 Mrd. USD*

*Prognose von Statistia

Kennzahlen USA: Anteil nach Branchen

Native Ads sind kein neues Phänomen, kommen aber immer mehr in den Unternehmen an. Während viele noch am Facebook-Account arbeiten, sind einige Early Adopter schon länger dabei. In den USA schon seit vielen Jahren.

Statistic: Distribution of native advertising spending in the United States from 2014 to 2016, by industry | Statista


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Die Ausgaben für Native Ads werden 2019 (bisher keine genauen Zahlen verfügbar) auf circa 41,1 Milliarden Dollar steigen. Damit haben Native Ads, in den USA, bereits einen Marktanteil von 61%, wenn es um digitale Display Werbung geht (Quelle: eMarketer).

Native Ads: Beispiele

Im Folgenden will ich euch noch ein paar Neuerungen vorstellen und Ideen mitgeben, wie ihr Native Ads platzieren könnt.

Online Magazine: Content Marketing

Focus, Ntv, Spiegel, Vogue, Bravo, in allen Magazinen findest du „Empfohlene Artikel“. Dies sind die großen Player. Wer Native Ads ausspielen will, der nutzt am liebsten solche Online Portale, mit großer Reichweite und Leserbindung bzw. SEO Power (Suchmaschinenoptimierung). Wer ein wirklich effektives Netzwerk aufbauen will, der nutzt solche A-Online-Medien und streut zusätzlich auf B-Online-Medien (also kleinere, zum Beispiel Blogs). Diese verweisen dann wiederum auf die Artikel bzw. die Content Platzierungen in den großen Online Portalen.

So füllt sich die 1. Seite auf Google nach und nach mit positiven Empfehlungen.

Nach dem schönsten Familienurlaub, den ich je hatte, wollte ich dir unbedingt vom meinem Campingurlaub an der Nordsee erzählen. Wir sind mit unserem neuen Dachzelt gestartet um das Meer zu entdecken … habe ich im einem Dachzelt Vergleich gefunden …

Podcasts: Audio Beispiel

Die Menge der Podcast-Höhrer steigt von Monat zu Monat. Mittlerweile verfolgen hierzulande Millionen ihre liebsten Podcasts auf Spotify, Deezer & Co. Wenn du dir schon einmal amerikanische Podcasts angehört hast, dann weißt du, dass Native Ads in den Folgen ganz „normal“ sind.

Nachdem ich mein Auto repariert habe, war am Wochenende endlich wieder mit meinem Sportauto unterwegs. Die Kfz-Werkstatt wollte mich abzocken, also hab ich es selber gemacht. Kennst du schon den XYcars.com? Vor zwei Wochen war ich in der Werkstatt, die wollten mir hunderte Dollar berechnen. Weißt du was ich gemacht habe? Ich bin auf XYcars.com und hab mir die Teile selbst bestellt, für den halben Preis. Das Team von Auto Shop macht es dir so einfach, die richtigen Ersatzteile zu finden…

Mobile Ads

Traffic verändert sich. Während wir auf dem Großteil unserer Kunden-Projekte vor 5 Jahren noch über 80%, 90% Besucher hatten, die über Desktop-PC (egal ob Mac, Windows, Ubuntu & Co.) kamen, sind es heute oft schon 80%, 90% die Mobile surfen. Der Marktanteil für Native Ads, die:

  • Kompatibel sind, mit den Gewohnheiten der Nutzer,
  • den technischen Stand der Endgeräte,
  • sowie der Datenübertragung

steigen in ihrer Relevanz. Wer werben will, muss heute mobile denken. Native Ads spielen hier aber noch kaum eine Rolle, nur 8% der Online Marketer setzten im letzten Jahr auf Native Ads. Ein Großteil der Werbebudgets fließt allerdings in Video Ads.

  1. Video Ads – 51%
  2. Display Ads – 17%
  3. In-App Käufe – 10%
  4. Andere – 8%
  5. Native Ads – 8%
  6. Affiliates – 3%
  7. Membership / Subscription – 3%

Statistic: Most anticipated types of mobile ads according to mobile marketers worldwide as of October 2019 | Statista


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