Nutzergenerierter Inhalt – Web 2.0: Vorteile und Nachteile

Web 2.0, nutzergenerierter Inhalt, das ist die große neue Quelle für Innovationen. Während die Welt über Jahrtausende nachdem Sender Empfänger Modell aufgebaut war, ein Sender, viele Empfänger, hat sich mit dem Web 2.0 und die Struktur alles geändert. Heute kann jeder zum Sender werden und so gibt es Stars auf YouTube und Instagram, die noch zur Schule gehen. Es haben sich Experten durch Blogs hervorgetan, von denen man zuvor nichts wusste. Heute sind nicht mehr einzelne TV-Sender oder Zeitungen die Meinungsmacher, jeder kann zum Meinungsmacher werden! Dadurch, dass jeder gerne seine Meinung mitteilt, werden natürlich extrem viele Daten gesammelt. Stichwort Big Data. Wer erst versteht mit diesen Daten umzugehen, vor allem mit der Menge und der Komplexität, der ist heute ein großer Player. Viele Länder setzen auf technische Modelle um ihre Bürger zu verwalten, manche sogar um sie zu überwachen. Je mehr wir über uns preisgeben, bewusst oder unbewusst, desto mächtiger werden die Datenbanken. Doch wo es Schatten gibt, gibt es natürlich auch Licht! So hat nutzergenerierte Inhalt unsere Welt verändert. Schauen wir uns nur das Beispiel Wikipedia an. Die größte Enzyklopädie, die in der Welt je geschaffen wurde. Wie das funktioniert? Nur mit der Hilfe von Vielen! Doch fangen wir ganz am Anfang an.

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Die ersten soziale Netzwerke und sozialen Funktionen

Über die Entwicklung der sozialen Netzwerke und das Sender Empfänger Modell hatten wir bereits ausführlich in unserem Social Media Blog berichtet. Unglaublich interessante Geschichten, die die Medienwelt revolutioniert haben. Genauso wie der Buchdruck. Denn plötzlich sind Informationen für Jedermann verfügbar, nicht nur verfügbar, Nutzer können aktiv Einfluss auf die Inhalte ausüben. Doch wie hat alles angefangen?

Facebook war nicht das erste soziale Netzwerk, vorher gab es viele Vorreiter, so wie beispielsweise MySpace, das heute kaum noch einer kennt. Doch auch MySpace war nicht die erste Plattform mit Funktionen für soziale Kommunikation. Tatsächlich waren es Foren und Auktionshäuser wie Ebay. Hier hatte man das erste Mal die Möglichkeit, sich gleichwertig mit anderen auszutauschen, in Foren. Desweiteren konnten Sie auch zum ersten Mal Bewertungen abgeben, z.B. in Auktionshäusern für getätigte Käufe. Nutzer sind also nicht mehr nur Konsumenten, sie können aktiv Einfluss nehmen auf das kollektive Wissen.

Das zuvor besprochene Sender Empfänger Modell hat sich komplett geändert. Die Dominanz von Medienhäusern wie Radiostationen, Zeitungen oder TV-Sendern wurde gebrochen. Nutzer müssen nicht mehr nur konsumieren, sie können selbst kreativ werden, selbst Inhalte generieren und selbst zu Medien werden. Das bringt aber auch große Verantwortung mit sich, wie wir später noch in den Nachteilen zum nutzergenerierten Inhalt sehen werden.

Web 2.0 und nutzergenerierte Inhalt

Nutzer haben jetzt alle Möglichkeiten. Mit zunehmender Bandbreite und natürlich auch der Weiterentwicklung von Endgeräten, von der Kamera Notebooks bis zum Smartphone und Software für Videoschnitt und Bildbearbeitung, stehe jeden einzelnen immer mehr Optionen zur Verfügung. Blogger die auf Instagram mit Fotos und Stories jeden Tag von sich und ihren Erlebnissen berichten, über Youtuber die teilweise extrem aufwendige Produktionen machen, damit sie einmal in der Woche ein absolutes Highlight haben, über Personen auf Tiktok, die gerne Spaß haben und andere unterhalten. Twitter wiederum ist für Themas wie Politik, Wirtschaft oder auch Immobilien.

Jeder kann sich seinen eigenen Kanal aufbauen und natürlich auch die eigene Community. Die Community, auch sie erstellt ständig nutzergenerierte Inhalte, zum Beispiel durch das Leiten von Videos und Fotos aber auch durch Kommentare. Endlose Daten über die Nutzer, von Nutzern. So entwickelt sich das Web 2.0 immer weiter und die Inhalte verbessern sich. Der Algorithmus der sozialen Netzwerken, der jede Sekunde darüber entscheidet, welche Inhalte für den einzelnen Benutzer relevant sind oder relevant sein könnten und welche nicht. Auf YouTube alleine werden in jeder Sekunde über 1000 Stunden Videomaterial hochgeladen. Eine unfassbare Menge von Videos, die durch einen intelligenten Algorithmus bewertet und einsortiert werden muss. Dass zeigt die Kreativität der Menschen aber auch den Willen selbst zum Sender zu werden. Kleine Erklärungsvideos und Tutorials über Make-up oder leckere Rezepte zum Backen und Kochen, kleinere Diskussionen über aktuelle Themen, Podcasts & Travel Vlogs.

Täglich werden also Milliarden von Medieninhalten erstellt, eine unglaubliche Zahl. Big Data ist deshalb so ein großes Thema geworden. Denn natürlich können all diese Daten und Informationen auch zum Negativen führen. Deshalb wollen wir noch einmal einen genauen Blick auf die Vorteile und Nachteile von nutzergenerierten Inhalten werfen.

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Vorteile von nutzergenerierten Inhalte

Die Vorteile von nutzergenerierten Inhalten liegen klar auf der Hand, das Wissen der Menschheit steigt Tag und Tag. Heute kann sich jeder informieren. Niemand benötigt einen Bibliotheksausweis, besonderst in kleinen Städten und Dörfern ist das wichtig, denn hier gibt es selten große Wissensdatenbanken. Für Studenten, Mitarbeiter Fortbildungen aber auch für die eigene persönliche Entwicklung gibt es unzählige Modelle in den sozialen Netzwerken. Von Microblogging über YouTube Videos bis hin zu motivierenden Instagram Kanälen oder auch täglichen links auf Facebook. Viel wichtiger sind aber die ganz ursprünglichen Elemente, Sammlungen von Wissen. So wie alles um den nutzergenerierten Inhalt begann, in Foren. Heute gibt es Millionen von Foren, zu jedem Thema. Vom Tuning für Autos über Traktoren in der Landwirtschaft, Flugzeugbau aber auch Gartenarbeit, kochen und natürlich auch die richtige Pflege der Hauskatze. Doch es sind nicht nur die großen Themen wie Ernährung und Gesundheit, auch ganz einfach Alltagsfragen können heutzutage ständig im Internet beantwortet werden. Von der Frage, wie melde ich mich nach dem Umzug richtig um? Bis hin zu, wie lange muss ich ein Ei kochen damit es hart ist? Und natürlich ist das Universum des nutzergenerierten Inhalt noch viel größer, es gibt Physik Vorlesungen auf YouTube, Hilfeseiten, für die Berechnung von Formeln in der Mathematik auf Facebook und auch ganze Lerngruppen in Instagram und Snapchat. – Wundervolle neue Welt!

Nachteile und Gefahren von nutzergenerierten Inhalte

Neben den zahlreichen Vorteilen entstehen aber auch Nachteile. Im Großen und Ganzen fokussiert sich die Kritik insbesondere auf personalisierte Werbung, dazu kommt, dass die Algorithmen der Social Media Netzwerke nur das Ausspielen, was uns gefällt. Dadurch geht ein großer Teil der Pluralität in den Informationen verloren, denn alles was wir sehen, ist genau das was wir wollen. Andere Meinungen, gegensätzliche Ideen, der ganz normale Diskurs findet also nicht statt.

Der dritte große Kritikpunkt beschäftigt sich mit der politischen Beeinflussung von Menschen. Das ist längst keine Utopie mehr, wie man 2018 beim großen Cambridge-Analytica-Skandal gesehen hat. Facebook Gründer Mark Zuckerberg musste am Ende sogar vor dem Senat Aussagen. Doch ist das nur die Spitze des Eisbergs. Manche Länder, insbesondere China, setzen auf den komplett digitalen Bürger aber nicht für die Freiheit, sondern für die Überwachung. Durch Bewertungsverfahren werden alle Bürger ständig kategorisiert.

Wer sich gegen bestimmte Ideen richtet, der wird heruntergestuft. Wer zu viele Minuspunkte gesammelt hat, dem werden bestimmte Privilegien verwehrt. Z.b. Kredite oder Flüge ins Ausland. Das alles durch den Abgleich von Daten. Insbesondere die Social Media App Wechat ist in China sehr wichtig, denn hiermit wird nicht nur kommuniziert, die meisten Transaktionen von Geldern laufen über die App, vom einfachen Supermarkt Kauf bis hin zum Automobil, natürlich hört der Staat alles mit. Das ist auch kein Geheimnis, sondern ganz offen. Jeder weiß um die Relevanz des eigenen Handelns, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in der Kommunikation auf dem Smartphone. Linientreue ist das A&O. Wer dagegen verstößt, der muss mit Konsequenzen rechnen.

  • Personalisierung von Werbung
  • Keine neuen Inhalte durch Algorithmus der immer wieder das ausgibt, was wir sehen wollen
  • Manipulation von Meinung und politischen Gedanken

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